Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Zoff bei „Uetersener Tafel“ – Rücktritt des Vorsitzenden

24.09.2007 Uetersener Nachrichten

Roland Breuer schmeißt hin / Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten. Es hat bereits seit geraumer Zeit Meinungsverschiedenheiten im Tafel-Vorstand gegeben. Roland Breuer hat diese gestern als „unüberbrückbar“ bezeichnet und ist vom Posten des Vorsitzenden zurückgetreten.

Von Klaus Plath

Uetersen. Die „Uetersener Tafel“ hat derzeit keinen Vorsitzenden mehr. Aber führungslos ist sie nicht. Das betonten gestern Sabine Hamann, Zweite Vorsitzende, Nicole Bruhnsen, Schriftführerin, und Robert Möller, Kassenwart.
„Wir machen weiter“, so ihre übereinstimmende Aussage gestern gegenüber den Uetersener Nachrichten. Und warum die Trennung, das Auseinandergehen ohne „Frühwarnsignal? „Wir haben Herrn Breuer immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass wir ein Team sind. Und dass er die Tafel weder alleine gegründet hat, noch sie alleine repräsentiert“, so Möller. Doch immer wieder habe der Vorsitzende alleine und ohne Absprache gehandelt.
In den letzten sechs bis acht Wochen habe er darüber hinaus praktisch nichts mehr gemacht“, so Nicole Bruhnsen.
Bis dahin habe er ohne Zweifel viel bewegt, aber eben nicht selten im Alleingang. „Doch den Rücktritt haben wir ihm niemals nahegelegt“, so Möller. Der Rückzug Breuers sei für alle überraschend gekommen. Per E-Mail teilte der Vorsitzende seinen Kollegen im Leitungsgremium seinen Entschluss am Sonntag mit. Offizielle Lesart: „ Die Uetersener Tafel hat sich in den letzten Monaten sehr entwickelt. Wir haben den Nutzungsvertrag für die Finkenbrook Berufsschule schließen können und ein Frischdienstfahrzeug bestellt. Wir haben viele Spenden erhalten und können in die Renovierung der Finkenbrook sogar einiges Geld stecken.
Auch personell hat sich einiges geändert. Der neue Vorstand setzt neue Maßstäbe. So ist es Zeit für einen Wechsel in der Leitung. Ich bin mit Wirkung zum 23. September als Vorsitzender des Vereins zurückgetreten und habe alle meine Ämter niedergelegt.
Auf seiner privaten Homepage („www.roland-breuer.de“) ist jedoch Brisanteres zu lesen: Sechs Jahre sei er mit einer Seminar- und Softwarefirma selbstständig gewesen. „Heute arbeite ich nicht mehr in der Versicherungsbranche. Ich hatte mich entschlossen, mich nicht mehr um den schnöden Mammon zu kümmern, sondern etwas Soziales zu tun, was armen Menschen hilft. Ich habe im März 2006 einen gemeinnützigen und mildtätigen Verein gegründet und war zum Vorsitzenden gewählt worden.
Diese diakonische Aufgabe machte mir mehr Spaß, als die Arbeit in der Wirtschaft. Wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten im Vorstand bin ich im September 2007 von diesem Amt zurückgetreten.“ Gegenüber den UeNa bekundete Breuer, dem Tafel-Verein weiter die Treue halten zu wollen. „Ich bleibe Mitglied“ so seine klare Aussage. Er bestreitet, Alleine tätig geworden zu sein.
Aber: „Dass ein Vorsitzender auch einmal Dinge spontan tun muss, und diese daher im Vorfeld nicht absprechen kann, ist mit dem Amt vereinbar.“ Wer das bestreite, habe das Kriterium von ‘Leitung’ nicht verstanden.
„Die Tafel hat von diesen Entscheidungen, die ich getroffen habe, immer profitiert, sonst würde sie nicht dort stehen, wo sie heute ist“, so Breuer.