Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Tafel: „Alle treten sich auf die Füße“

23.03.2007 Pinneberger Zeitung / Hamburger Abendblatt

Uetersen: Verein sucht neue Räume / Vorstand soll mit der Stadt über die Finkenbrook verhandeln

Die Uetersener Tafel wächst – viel schneller, als erwartet. Vor diesem Hintergrund vollzog sich die Mitgliederversammlung im Martin-Luther-Haus.

VON STEFAN IMLAU

Die Uetersener Tafel ist mehr als doppelt so groß wie ursprünglich geplant. Die Zahl der Bedürftigen ist von anfangs 15 auf rund 500 hochgeschnellt, darunter 100 Kinder. „Wir sind sehr schnell – vielleicht zu schnell gewachsen. Die Räume sind zu eng. Mitarbeiter und Kunden treten sich auf die Füße. Wir waren einmal eine Familie – das ist jedoch im Augenblick nicht der Fall“, sagte der Initiator und Vorsitzende der Uetersener Tafel, Roland Breuer, während der Mitgliederversammlung im Martin-Luther-Haus.

Seit August 2006 gibt es die Tafel in der Reuterstraße. Dort versorgt sie mittlerweile 500 Bedürftige mit Lebensmitteln – gespendet von Geschäfts- und Privatleuten aus der Region. Die meisten Tafel-Kunden sind Hartz-IV-Empfänger, hinzu kommen noch Rentner und Selbständige mit einem schmalen Budget. Finanziert wird die Tafel von den Städten Uetersen und Tornesch sowie durch Spenden.

Allein bis Ende 2006 haben die Helfer der Tafel insgesamt 8 481 Tüten mit Nahrungsmitteln gepackt. Das Gesamtgewicht beträgt 49 Tonnen, der Verkaufswert 146 000 Euro. „Hochgerechnet gehen wir für 2007 von 35 000 Tüten mit einem Gewicht von 150 Tonnen und einem Verkaufswert von 770 000 Euro aus, so der Vorsitzende.

Für die Mitglieder ist klar: Die räumliche Situation der Tafel, die ursprünglich für 200 Bedürftige ausgelegt worden ist, muss dringend verbessert werden. Schon seit längerem liebäugelt die Tafel mit der ehemaligen Berufsschule Finkenbrook. Der Vorstand soll jetzt mit der Stadt über eine mögliche, mietfreie Nutzung verhandeln. Alternativ sollten ansonsten Räume angemietet werden. Allerdings darf die Miete 10 000 Euro pro Jahr nicht überschreiten.

Angeschafft werden soll auch ein Fahrzeug. Obwohl Breuer sich verstärkt für einen Sprinter eingesetzt hatte, entschloss sich die Versammlung für einen Vito von DaimlerCrysler. Das Unternehmen sponsert die Tafeln in Deutschland, die nur die Hälfte des Kaufpreises zahlen müssen.

Ein weiteres Thema, mit der sich die Versammlung befasste, war die Mitgliederzahl. Zwar hat die Tafel immerhin schon 100 Männer und Frauen in ihren Reihen, doch nur die Hälfte ist aktiv. Dringend gesucht werden aber immer noch ehrenamtliche Helfer. Wer die Tafel unterstützen möchte, kann sich an Breuer unter Telefon (0160) 4840954 wenden.

> HIER GIBT ES RAT UND HILFE

Wer Hartz-IV-Empfänger ist oder eine kleine Rente bezieht, also nachweislich ein geringes Einkommen hat, kann zur kostenlosen Lebensmittelverteilung in die Uetersener Reuterstraße 41 kommen. Dort gibt es auch Informationen über das Angebot anderer Hilfsorganisationen und Kirchengemeinden. Wer sofort Rat oder Hilfe braucht, ruft das Sorgentelefon an: (0176) 29277497. (si)