Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Seit zehn Jahren versorgt die „Uetersener Tafel“ Bedürftige

29.06.2016 Uetersener Nachrichten

Armut: Ungelöstes Staatsproblem
Rund 700 Menschen werden derzeit von der Einrichtung unterstützt.

Die Gäste fanden sich in der Cafeteria der „Tafel“ ein. Sie steht während der Ausgabezeiten montags, mittwochs und freitags jedem zur Verfügung.

Die Gäste fanden sich in der Cafeteria der „Tafel“ ein. Sie steht während der Ausgabezeiten montags, mittwochs und freitags jedem zur Verfügung.

Uetersen | Der Vorstand der „Uetersener Tafel“ erinnerte gestern in einer Feierstunde an die Gründung der Einrichtung vor zehn Jahren. Damals erfolgte die Lebenssmittelausgabe (Tütenausgabe) aus einer Wohnung heraus. Wenig später erfolgte der Umzug an die Reuterstraße. Seit neun Jahre nutzt die „Tafel“ das ehemalige Schulgebäude an der Finkenbrook, das damals leer stand.

Ferdinand Nanz, der Vorsitzende des Trägervereins, freute sich, neben Bürgervorsteher Adolf Bergmann und Bürgermeisterin Andrea Hansen unter den rund 60 Gästen die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier begrüßen zu können. Weiterhin anwesend waren Torneschs Bürgermeister Roland Krügel und Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg aus Moorrege. Nanz erinnerte an die Anfangszeit und auch daran, dass von Anfang an auf ein sehr aktives Team von Mitarbeitern habe zurückgegriffen werden können − aber auch auf die Unterstützung durch die Stadt und vieler Sponsoren. Die Kühlfahrzeuge seien nur mithilfe der Fördergelder aus Industrie und Handel realisiert worden. Schließlich helfe aber auch die gute Vernetzung mit anderen Sozialeinrichtungen in der Region. Nanz wünschte sich von der Politik weiterhin Verlässlichkeit in der Standortfrage. Die „Tafel“ sei an der Finkenbrook genau richtig angesiedelt.

Der Vorsitzende sagte das vor dem Hintergrund der städtischen Überlegung, das Gebäude zu veräußern. Bürgermeisterin Andrea Hansen teilte während ihres Grußworts mit, dass man einen solchen Schritt nicht ohne Beteiligung der „Tafel“ vollziehen werde. Nach UeNa-Informationen gibt es allerdings derzeit keine politische Mehrheit für einen Verkauf des Gebäudes.

20 neue Schürzen für die Mitarbeiter der „Tafel“: Bernd Möbius und Hauke Köhnke (Stadtwerke Uetersen, v. l.), „Tafel“-Chef Ferdinand Nanz, Sabine Hamann, Zweite Vorsitzende der „Tafel“ und Sabine Lankau(Aufsichtsratsvorsitzende Stadtwerke Uetersen) bei der Übergabe. Foto: Plath

20 neue Schürzen für die Mitarbeiter der „Tafel“: Bernd Möbius und Hauke Köhnke (Stadtwerke Uetersen, v. l.), „Tafel“-Chef Ferdinand Nanz, Sabine Hamann, Zweite Vorsitzende der „Tafel“ und Sabine Lankau(Aufsichtsratsvorsitzende Stadtwerke Uetersen) bei der Übergabe. Foto: Plath

Die Bürgermeisterin sagte weiter, dass die „Tafeln“ in Deutschland weiterhin wichtig seien, denn die Politik habe es bislang nicht geschafft, die Armut zu beseitigen. Das entspricht auch dem Selbstverständnis der „Tafeln“: Kein Mandatsträger könne stolz auf die „Tafeln“ sein, denn sie seien lediglich der Finger, der in die noch offene Wunde der bislang nicht gelösten Staatsaufgabe der „Armutsbekämpfung“ gelegt werde.

Viele Gäste brachten Geschenke mit. Und das als Zeichen ihrer Verbundenheit mit der sozialen Einrichtung. Auch die Stadtwerke Uetersen kamen nicht mit leeren Händen. Sie überreichten Ferdinand Nanz und seiner Stellvertreterin, Sabine Hamann, 20 hochwertige Schürzen im Wert von mehr als 500 Euro.

Über die „Uetersener Tafel“ werden derzeit rund 700 Bedürftige versorgt, darunter befinden sich etwa 150 Kinder. Auch aus Tornesch, Moorrege und weiteren, ortsnahen Gemeinden. Nanz sagte, dass inzwischen 70 Prozent der „Tafel“–Kunden Flüchtlinge und Asylbewerber seien.

Fotos: Plath