Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Ohne das Ehrenamt geht es nicht

30.12.2014 Uetersener Nachrichten

Uetersener Tafel: Ferdinand Nanz spricht von einem guten und normalen Jahr

uena20141230Uetersen. Seit einem Dreivierteljahr ist Ferdinand Nanz Vorsitzender der Uetersener Tafel. In den Uetersener Nachrichten zieht er heute eine erste Bilanz: „Ich bin von dem Team sehr gut aufgenommen worden. Es ist eine gute, offene und faire Zusammenarbeit“, sagt Nanz.

Zu Beginn seiner neuen Aufgabe war er auch Fahrer. „Da habe ich gesehen, wie anstrengend diese Arbeit ist. Davon machen sich viele gar keinen Begriff.“ Der größte Teil der Arbeit falle im Haus, also dem Finkenbrookgebäude, an. Das Sortieren, das Aufbereiten und die Ausgabe der kostenlosen Waren an die Kunden benötigten täglich viele Stunden Zeit. „Das ist aus meiner Sicht schon fast ein Vollzeitjob. Gerade diese Teams sind viele Stunden bei uns. Und alle arbeiten ehrenamtlich.“
„Die Stadt Uetersen kann sich glücklich schätzen, eine solche Einrichtung zu haben, in der rund 60 Bürger unentgeltlich für die Schwächsten da sind“, so Nanz. Lange Zeit war das ein Problem. Doch derzeit ist Nanz mit der Anzahl der Fahrer zufrieden. Da gebe es derzeit keine Engpässe mehr. Für die Tafel täglich unterwegs sind rund ein Dutzend Männer und Frauen. Die Außenpunkte der Warenbeschaffung liegen in Haseldorf, Elmshorn, Heist und Tornesch.

Wir sind auch für jede Geldspende dankbar“, so der Vorsitzende, der das derzeitige Spendenaufkommen als stabil bezeichnet.

Über die „Uetersener Tafel“ werden rund 380 Menschen versorgt. Kinder und Erwachsene. Die Kartei umfasst rund 500 Bedürftige.

Nanz: Auffällig ist derzeit, dass wir einen hohen Ausländer- und Asylantenanteil unter unseren Kunden haben. Der Vorsitzende beziffert diesen auf etwa 30 Prozent. Das erschwere auch die Kommunikation und damit die Versorgung. Dadurch, dass Waren dreimal wöchentlich ausgegeben werden, kommt im Jahr die stolze Menge von mehr als 200 Tonnen Lebensmitteln zusammen. Nach wie vor wird pro ausgegebener Lebensmitteltüte (nur Erwachsene) eine Schutzgebühr von 50 Eurocent erhoben. Dieses Geld deckt einen Teil der Kosten.

Nanz ist der Stadt Uetersen sehr dankbar. Diese beteilige sich nicht nur an den laufenden Kosten, sondern habe bei entsprechendem Bedarf auch stets ein offenes Ohr. „Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes sind sehr bemüht, uns zu unterstützen“, so Nanz. Der Vorsitzende lädt zudem einmal mehr ein, das Café der Begegnung zu besuchen, das montags, mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet hat. Leider funktioniere der Austausch noch nicht. Es gebe wohl auch heute noch zu viele Schwellenängste. „Das Café steht jedem offen. Kaffee und Kuchen gibt es dort kostenlos“, so Nanz, der aber auch darauf hinweist, dass dieser Extraraum ein guter, „interner“ Kommunikationsknotenpunkt sei. Viele Kunden kämen dort zusammen und miteinander ins Gespräch.

Wo drückt der „Tafel“ derzeit der Schuh? Vielleicht bei der Anschaffung des neuen Kühlfahrzeugs. Der Kauf eines neuen Transporters steht an und verursacht geschätzte Kosten in Höhe von mehr als 30000 Euro.

Der Vorsitzende ist sich aber sicher, dass man diese Herausforderung schon irgendwie wuppen werde.

Abschließend äußert sich Nanz zur Zusammenarbeit mit dem Sozialkaufhaus. Diese sei sehr gut. „Wir nutzen beide das selbe Gebäude, versorgen ein ähnliches Klientel und tauschen uns regelmäßig aus.“
Klaus Plath