Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Lebensmut zurückgewinnen

11.03.2010 Uetersener Nachrichten

Von Klaus Plath
Perspektiven. Gestern eröffnete das Sozialkaufhaus in Uetersen / Antwort auf ein drängendes Problem.Uetersen. Täglich werden Antworten gesucht. Antworten für Probleme. Das Sozialkaufhaus in Uetersen in Trägerschaft der AWO, das gestern in den Räumen der früheren Finkenbrookschule eröffnet wurde, ist eine solche Antwort. Die Problembeschreibung lautet dabei: Wie gelingt es, Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, Lebensmut, Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit zurückzugeben?
Beim Sozialkaufhaus geht es somit nicht alleine darum, ein bestimmtes Klientel, das über ein Einkommen verfügt, das an der Armutsgefährdungsgrenze (1000 Euro Netto im Monat) liegt, in die Lage zu versetzen, Textilien aller Art, Hausratsartikel oder Kleinmöbel für wenig Geld zu erwerben.
Das Soziale am Sozialkaufhaus sei, dass „wir es Menschen ermöglichen, Gemeinsamkeiten zu entwickeln, die in der Arbeitswelt gefordert werden“, sagt Wolfram Gamke, der Projektleiter.
Zwölf Ein-Euro-Jobber werden dort beschäftigt. Sie sind im Verkauf tätig und werden so ermutigt (wieder) am sozialen Leben teilzunehmen. Sie sind die Verkäufer im Sozialkaufhaus, und werden von professioneller Seite begleitet. Insbesondere von Sozialkaufhaus-Leiter Frank Pieles. Ihm zur Seite steht mit Andrea-Petra Klemm eine motivierte Mitarbeiterin, quasi Pieles „Rechte Hand“.
Am neuen Uetersener Standort freut man sich darüber, dass die Uetersener Bevölkerung und die Bürger aus der Umgebung das Sozialkaufhaus bereits gut angenommen haben. So ist es vor vier Jahren auch der „Uetersener Tafel“ ergangen, als sie sich gegründet hatte. „Wir haben bereits viele Artikel erhalten, die wir nun an unsere Kunden verkaufen können“, so Wolfram Gamke.
Spenden könne jeder während der Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr und freitags von 7.30 bis 12 Uhr vorbeibringen. Wobei allerdings der Bedarf geprüft werde. Auch die telefonische Kontaktaufnahme ist möglich. Gewählt werden müssen dafür die Rufnummern 04101/ 56160, -61 oder -62.
AWO-Mitarbeiter holen Spenden ab. Da verhalte man sich nicht anders als früher bei der „Bisa“, so Gamke.
Die zwölf Langzeitarbeitslosen, die sechs Monate lang von der AWO qualifiziert werden, erhalten die Möglichkeit, über ein kostenloses Internetportal auf Stellensuche zu gehen. Außerdem gibt es für sie Bewerbungshilfen, und sie lernen mit betrieblichen Hierarchien umzugehen.
Als erster Bundestagsabgeordneter aus dem Kreis Pinneberg hat sich SPD-Mann Ernst Dieter Rossmann zu Wort gemeldet. Der Sozialdemokrat übermittelte in einem Schreiben an die AWO Grüße und ließ die Mitarbeiter wissen, dass er sich darauf freue, das Sozialkaufhaus demnächst einmal zu besuchen.