Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Gibt es in Uetersen bald ein Sozialkaufhaus?

13.06.2008 Uetersener Nachrichten

Die Uetersener Nachrichten hatten vor etwa einem Jahr die Idee entwickelt und Kontakte geknüpft, jetzt könnte es Wirklichkeit werden: das Sozialkaufhaus mitten in der Stadt. Bisa Baum, ein AWO-„Kind“, zeigt sich interessiert, die Trägerschaft zu übernehmen.

Von Klaus Plath

Uetersen/Itzehoe. In der Politik ist es üblich, „dicke Bretter“ zu bohren, um zum Erfolg zu gelangen. Anders ausgedrückt heißt das: Beharrlichkeit führt schließlich zum Ziel. Nun muss nur noch die Ratsversammlung grünes Licht geben, dann kann in der Rosenstadt nach der „Tafel“ mit dem Sozialkaufhaus eine zweite Einrichtung entstehen, die Bedürftigen in Uetersen und Umgebung zugute kommt.
In den bereits existierenden Sozialkaufhäusern in Deutschland werden überwiegend gebrauchte oder gespendete Waren angeboten. Sie sollen eine erschwingliche Einkaufsmöglichkeit für Gebrauchsgüter, Haushaltswaren und Textilien bieten.
Und ein weiterer Aspekt lässt aufhorchen: Das Personal setzt sich meist aus Langzeitarbeitslosen zusammen, da es oft zum Konzept des Sozialkaufhauses gehört, deren Wiedereingliederung in das Berufsleben zu fördern.
Bisa Baum verzeichnet hinsichtlich dieses Zieles gute Erfolge. Martin Meers, Geschäftsführer von Bisa Baum in Itzehoe: „Das Positive daran ist, dass die Teilnehmer, die uns von der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) zugewiesen werden, nicht nur etwas für sich selbst, sondern auch für andere tun können. Das schafft Selbstvertrauen. Und Selbstvertrauen ist notwendig, wenn man einen Arbeitsplatz finden möchte.“ Meers weiter: „Wir arbeiten sehr vertrauensvoll mit der Arbeitsgemeinschaft in Pinneberg zusammen.
Der Vorstand der „Uetersener Tafel“ hat grünes Licht gegeben. Vorgesehen ist es, das Sozialkaufhaus im Wechsel zu den Öffnungszeiten der „Tafel“ zu betreiben, um größere Wartezeiten zu vermeiden.
Bürgermeister Wolfgang Wiech hat vom zuständigen Brandschutzingenieur des Kreises die Information erhalten, dass, unter bestimmten Voraussetzungen, keine Bedenken für den Betrieb eines Sozialkaufhauses bestehen. Wiech. „Es sind einige Auflagen erteilt worden, die allerdings keine größeren Geldsummen verschlingen“.
Die von verschiedenen Seiten befürchtete feuerverzinkte Außentreppe wird nicht benötigt. Die Umbaukosten für die Einrichtung des Sozialkaufhauses werden auf rund 4000 bis 5000 Euro geschätzt.
Der Bürgermeister begrüßt das Projekt. „Die Stadtverwaltung wird zum nächsten Sozialausschuss eine Vorlage erarbeiten und die Politik darüber informieren, wie ein Sozialkaufhaus in Uetersen umgesetzt werden kann,“ erklärt Wolfgang Wiech.