Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Die „Tafel“ für Uetersen

21.02.2006 Uetersener Nachrichten

Verein wird sich voraussichtlich am 14. März im Martin-Luther-Haus gründen

Roland Breuer verfolgt seit einiger Zeit die Idee, in der Rosenstadt eine „Tafel“ einzurichten. Also einen Mittagstisch für Bedürftige. Sein Vorhaben stößt auf sehr großes Interesse.

Von Klaus Plath

Uetersen. Das Prinzip der „Tafeln“ in Deutschland ist relativ einfach: Von ortsansässigen Lebensmittelgeschäften werden überschüssige Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft, sowie Speisereste von Restaurants eingesammelt und kostenlos an Bedürftige verteilt. Benötigt werden Räumlichkeiten zum Lagern und Verteilen, Kücheninventar, Fahrzeuge, Sponsoren, Fördermitglieder und ehrenamtliche Helfer.

Im Kreis Pinneberg gibt es „Tafeln“ in der Kreisstadt und in Elmshorn. Dort werde ein steigender Bedarf registriert. Roland Breuer, der Initiator einer „Uetersener Tafel“, sagte während einer Informationsveranstaltung im Restaurant „von Stamm“, dass auch in der Rosenstadt ein hoher Bedarf sei. Es gebe zur Zeit 800 Menschen, die Hartz-IV-Bezieher seien. Rund 2000 weitere Bedürftige kämen hinzu, so Breuer.

Im Verlaufe der Diskussion wurden zwei Aspekte hinsichtlich der zu verfolgenden Ziele näher beleuchtet: Ist es ratsam, sich zunächst auf die Verteilung der Lebensmittel zu konzentrieren, oder soll bereits ein warmes Mittagessen angeboten werden. Tendenz nach intensiven Gesprächen: Es soll zunächst verteilt werden. Mit der Aufgabenstellung wolle man dann wachsen.

Dierk Wilhelms von der Sparkasse Südholstein, einer der rund 50 Gäste, sagte dem neuen Trägerverein, der sich voraussichtlich am 14. März im Martin-Luther-Haus gründen wird, die Unterstützung seines Kreditinstitutes zu. Wilhelms hatte einen Scheck in Höhe von 1000 Euro dabei – Geld, das als Anschubfinanzierung gedacht ist. Auf Nachfrage von Roland Breuer erklärten sich Robert Möller, Pastor Joachim Gorsolke, Horst Bartels, Bianca Adameit, Sonamita Tarrach, Inge Carstens und der Initiator selbst bereit, Gründungsmitglieder zu werden. Weitere Anwesende signalisierten, dem Verein beitreten zu wollen.

Hintergrund
Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot – und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss. Die „Tafeln“ bemühen sich um einen Ausgleich – mit ehrenamtlichen Helfern für die Bedürftigen in der Kommune. Das Ziel der „Tafeln“ ist es, dass alle einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige verteilt werden. Die „Tafeln“ helfen diesen Menschen, eine schwierige Zeit zu überbrücken und geben ihnen Motivation für die Zukunft.