Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Die Tafel für Menschen in Not

23.04.2008 Hamburger Abendblatt

Ehrenamt In Uetersen engagiert sich ein grosses Mitarbeiter-Team

Fast 100 Kinder sowie 650 Frauen und Männer gehören zu den Kunden der sozialen Einrichtung an der Finkenbrook.
Von Michael Rahn

Uetersen –
54 Frauen und Männer sind in Uetersen aktiv, um Menschen zu helfen, die sich aus eigener Kraft nicht mehr gut ernähren können. 750 Kunden aus Uetersen, Tornesch und umliegenden Gemeinden sind als Kunden registriert, und es werden laufend mehr.

Monika Raff (46) gehört zu denen, die neu dabei sind. „Eine mir völlig fremde Frau hat mir den Tipp gegeben“, freut sich die Tornescherin. „Die Lebensmittel helfen mir ganz schön. In den Geschäften wäre das viel zu teuer“, erzählt die 46-Jährige.

Wie Monika Raff sparen die meisten Menschen, die vom Arbeitslosengeld II, im Volksmund Hartz IV, leben müssen bei Lebensmitteln. „Das ist traurig für unsere Überflussgesellschaft“, sagt Rolf Maßow. Der 56 Jahre alte Hauptmann a. D. hat vor Kurzem die Aufgabe als Vorsitzender der Uetersener Tafel übernommen. „Es kann nicht angehen, dass so viele Menschen in Deutschland sich nicht ausreichend verpflegen können. Wir müssen für einen Ausgleich sorgen.“

Dafür treten in Uetersen immer mehr Frauen und Männer ein. 160 Mitglieder zählen bereits zu der gemeinnützigen Organisation. Christel Carstens gehört zu denen, die fast von Anfang an dabei sind: „Aus voller Überzeugung.“ Im März 2006 war die Tafel gegründet worden. Im August des Jahres konnten die ersten Lebensmittel von einem ehemaligen Laden an der Reuterstraße verteilt werden. Mit rund 250 Kunden hatten die Initiatoren gerechnet – es kamen schnell doppelt so viele.

„Zum Glück hat uns die Stadt geholfen und die Räume in der ehemaligen Berufsschule am Finkenbrook zur Verfügung gestellt“, sagt Maßow. Jetzt kommen noch mehr, auch in die Begegnungsstätte. „Die Hemmschwelle sinkt. Die Leute stehen nicht so offen auf der Straße“, erklärt der Vorsitzende.

Dank der großen Unterstützung von Sponsoren konnte für die Masse der Transporte ein Lieferwagen angeschafft werden. Darüber hinaus nutzen Vereinsmitglieder auch noch private Fahrzeuge. Dank der großen Unterstützung von Geschäften kann regelmäßig ein großes Angebot an Lebensmitteln und anderen Haushaltsartikeln zur Verfügung gestellt werden. Ganz kostenlos ist das aber nur für die Kinder. Erwachsene zahlen pro Einkaufstüte 50 Cent.
mra