Die Uetersener Tafel e.V.

Essen, wo es hingehört

Ansturm: Die Tafel-Idee kommt an

10.10.2006 Pinneberger, Schenefelder, Wedel-Schulauer Tageblatt sowie Barmstedter Zeitung

Uetersen: Zehn Tonnen Lebensmittel in zwei Monaten ausgegeben / 250 Kunden und 71 Mitglieder

Innerhalb von knapp zwei Monaten hat die Tafel etwa zehn Tonnen Lebensmittel im Wert von 30.000 Euro ausgegeben

Von Evelin Düstersiek

„Oh happy Day“ sang der Elmshorner Gospelchor „Spirit of Faith“ bei der Party der Uetersener Tafel. Ein Lied, das zu diesem Anlass ganz besonders passte. Denn für die inzwischen 250 Menschen, die seit fast zwei Monaten dreimal in der Woche mit Lebensmitteln versorgt werden, ist das jedes Mal ein glücklicher Tag. Anhand von bundesweiten Statistiken hatte Roland Breuer, Vorsitzender der Uetersener Tafel, errechnet, das im Einzugsgebiet etwa 200 Personen Hilfe benötigen (wir berichteten). Dass die Tafel-Idee in Uetersen, Tornesch, Moorrege und Heidgraben derart einschlagen würde, konnte er vor einem halben Jahr nicht ahnen.

Auch als Anfang August die Verteilstelle in der Reuterstraße 41 für die Kunden geöffnet wurde, ahnten die Aktiven des 71 Mitglieder zählenden Vereins noch nicht, was auf sie zukommen würde. Inzwischen sind bereits zehn Tonnen Lebensmittel im Gesamtwert von rund 30 000 Euro ausgegeben worden.

Eine logistische Großaufgabe. Denn es müssen nicht nur Spender gefunden werden. Jemand muss die Ware abholen, dann werden sie in die Tafel-Tüten verteilt und zur Abholung fertig gemacht. Kein Wunder, dass sich Breuer während seiner Begrüßungsrede vor allem bei den 38 unermüdlichen Aktiven bedankte.

„Die Tafen war dringend notwendig, wenn man die Zahlen sieht“, stelle auch Bürgermeister Wiech fest. Er ist selbst Tafel-Mitglied. Wenn es nach ihm gehe, so eine vorsichtige Ankündigung, solle der Verein 2007 Zuschüsse von der Stadt bekommen.

Lobende Worte auch von Seiten des Kreises. Linda Nehl war als zweite Stellvertreterin des Kreispräsidenten zu Open-Air-Party gekommen. Obwohl die Tafel-Idee erst 1993 von New York aus nach Deutschland gekommen sei, hätten sich während dieser Zeit bereits 600 Vereine in Deutschland gegründet. Alle werden durch ehrenamtliche Mitarbeiter geführt. Deren Arbeit brachte Nehl besondere Hochachtung entgegen.

Doch nur von Spenden könne die Tafel nicht leben, so Breuer. Transportkosten, Verpackung, Reinigungsmittel, Einmalhandschuhe und ähnliches kosten Geld. Um einen Teil der Betriebskosten zu decken, werden jetzt von den Kunden 50 Cent je Tüte erhoben. Eine monatliche Belastung von 6,50 Euro, die sich jeder leisten könne. Der Gegenwert an Waren betrage etwa 230 Euro.